Berichte
Seit über 10 Jahren wird in Hausen über eine Sanierung des bestehenden Feuerwehrhauses oder einem Neubau diskutiert.
Nachdem die CSU mit ihrem damaligen Bürgermeister Edmund Mauser von 1998 bis 2008 nichts zu Stande brachte und die FFW Hausen nur vertrösten konnte, sah es nun zumindest danach aus, als ob ein Neubau zustande kommt, auch wenn Bürgermeister Renker den Ankauf der Bahnlinie im Jahr 2010 wohl durch eigenes Verschulden nicht realisieren konnte.
Was war passiert?
Das Bahnliniendesaster
Der Gemeinderat beschloss im Januar 2010 den Ankauf der Bahnlinie zu einem bestimmten Preis. Anstatt dass Renker nun mit der Bahn verhandelte, bot der Bürgermeister vielen Anliegern an der Bahnlinie schon Grundstücke an, obwohl diese noch nicht im Besitz der Gemeinde waren. Stolz präsentierte der Bürgermeister dies dann dem schockierten Gemeinderat in der Februarsitzung 2010.
Es dürfte klar sein, dass zum einen der verlorene Zeitvorsprung und vor allem das mutwillige »Wecken« anderer Interessenten die Gemeinde Hausen nun in eine mehr als schlechte Verhandlungsposition gebracht hatte.
Der Bürgermeister hätte besser daran getan, sofort mit der Bahn zu verhandeln, einen Vertrag auch mit einer u.U. höheren Kaufsumme festzuzurren und die Vertragsunterschrift abhängig von der »Zustimmung des Gemeinderates« zu machen.
So hätte ein verantwortungsvoller Bürgermeister gehandelt.
In diesem Fall ist das Wort »Dilettantismus« in Bezug auf das Handeln des Bürgermeisters noch sehr positiv.
Einsparmöglichkeiten durch stümperhaftes Vorgehen durch den Bürgermeister verhindert
Bei einem positiven Kauf der Bahnlinie, wäre das derzeitig geplante »TOXIC-Gelände« gross genug gewesen, um der Feuerwehr auch großzügig Gelände zur Verfügung zu stellen und eine gemeinsame Planung mit dem Bauhof zu ermöglichen. Die möglichen Synergieeffekte hätten erhebliche Einsparmöglichkeiten bei der Planung, beim Bau und beim gemeinsamen Betrieb bedeutet.
Dies ist aber durch das anfängerhafte Vorgehen des Bürgermeisters beim Kauf der Bahnlinie zunichte gemacht worden.
600.000 bis 800.000 Euro Mehrkosten beim Feuerwehrhaus
In der Bauausschusssitzung vom 09.01.2012 sah sich 2. Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) genötigt, nochmals die Kostenfrage zu stellen.
Der beauftragte Architekt konnte in der Novembersitzung des Gemeinderates die Summe der Gesamtkosten nur ungefähr benennen. Aber dann legte er sich doch auf Gesamtkosten von 1,2 bis 1,4 Millionen Euro fest. Eine Summe, mit der die Gemeinderäte leben konnten.
Nach nur knapp zwei Monaten wurde aber schon über erhebliche Kostensteigerungen im Dorf geredet. 1,9 bis 2 Millionen standen plötzlich als Gerücht im Raum.
Auf Nachfrage Zimmers druckste 1. Bürgermeister Renker in der Bauausschusssitzung nur herum und wollte mit den aktuellen Zahlen nicht herausrücken.
Erst der Geschäftsführer der Gemeinde Hausen, Herr Heimrath, bestätigte Zimmer auf dessen konkrete Nachfrage dann diese Zahlen.
Keine Transparenz durch den Bürgermeister
Zimmer mahnte beim 1. Bgm mehr Transparenz an und verlangte diesen Punkt im Gemeinderat zu behandeln, »… es kann nicht angehen, dass der Bauausschuss über eine derartige Kostensteigerung beschließt. Das muss im Gemeinderat diskutiert werden.«, so Zimmer.
Ausserdem verglich Zimmer die Kostensteigerung mit der in ganz Deutschland viel diskutierten Kostensteigerung der Hamburger Elbphilharmonie. Auch wenn es in Hausen um eine viel geringere Gesamtsumme geht, liegt die Kostensteigerung aber pro Kopf sehr viel höher als in Hamburg. Nach den Zahlen die Zimmer vorliegen steigen die Kosten in Hausen im günstigsten Fall (1,4 zu 2 Mio.) um ca. 162.- Euro pro Einwohner (Hamburg = 85.-).
Im ungünstigsten Fall (1,2 zu 2 Mio) um ca. 216.- Euro pro Einwohner (Hamburg = 135.-).
Zimmer erinnerte weiter an die anderen dringenden »Baustellen« der Gemeinde: Sanierung Mehrzweckhalle, Krone, Kostenbeteiligung Sanierung Kinderhaus St. Wolfgang (vsl. 750.000.- Euro), Sanierung Heizung Rathaus/Mehrzweckhalle, Bauhof in Baracken untergebracht.
Alles drängende Probleme, für die keine Lösung vorliegt.
Zimmer verlangt Gesamt- und Einsparkonzept
Dann verlangte Zimmer für die nächste Sitzung des Gemeinderates ein Gesamtkonzept des Bürgermeisters, damit endlich einmal klar wird, wie der Bürgermeister diese ganzen dringlichen Aufgaben in welchem Zeitraum sanieren und finanzieren will.
Ausserdem verlangte Zimmer vom 1. Bürgermeister den Gemeinderat über mögliches Einsparpotential beim (geplanten) neuen Feuerwehrgerätehaus zu informieren.
Ins offene Messer
Besonders erschreckend ist aber die Tatsache, dass der Bürgermeister den Bauausschuss mit vollem Wissen in einen Beschluss hätte laufen lassen, der Mehrkosten in Höhe von 600.000 bis 800.000 Euro bedeutet hätte.
Da fragen sich nicht nur die Mitglieder des Bauausschusses/Gemeinderates »ob der Bürgermeister noch ganz bei Trost« sei.
Die Bürger Hausens dürfen gespannt sein auf die Ausführungen des 1. Bürgermeisters in der Februarsitzung.
Weitere Informationen:
Die SPD hat die Diskussionen um das alte und neue Feuerwehrgerätehaus mit vielen Anträgen usw. begleitet und damit versucht die Forderungen der FFW Hausen zu unterstützen und die Diskussion im Gemeinderat voranzutreiben:
http://www.spd-hausen.de/images/stories/SPDdynamisch/Politik/antraege_sitzungen




















